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Zum Namen und zur Bedeutung

Der Name Purim leitet sich von dem Wort "pur" (Plural Purim) ab, was soviel wie "Los" bedeutet ("ein Los ziehen"), aufgrund der Lose, die Haman - Minister des Königs Achaschwerosch von Persien - ziehen ließ, um den Vernichtungstag der Juden zu bestimmen. Dieses Vorhaben wurde durch Königin Esther sowie deren Onkel Mordechai verhindert. Haman und seine Familie wurden hingerichtet. Die Tage der Verzweiflung wurden zu Festtagen, an denen "einer dem anderen Geschenke und den Armen Gaben schicke". Zu Purim gedenkt man der Befreiung der persischen Juden im 5. Jahrhundert vor unserer Zeit.

Herkunft

Purim hat seinen Ursprung im Buch Esther, der fünften Schriftrolle der hebräischen Bibel. In diesem Buch wird die Rettung der Juden in der persischen Zeit unter König Ahasveros erzählt. Der König erwählte, nachdem seine eigentliche Auserwählte ihn verlassen hatte, eine neue Königin, Esther. Sie war von einem Juden namens Mordechai großgezogen worden, nachdem ihre Eltern gestorben sind. Zu dieser Zeit deckte Mordechai eine Verschwörung gegen den König auf, wofür ihm der König im Buch der Zeitgeschichte aufzeichnen ließ.
Nach geraumer Zeit bekam ein Mann namens Haman eine höhere Stellung und war beim König hoch angesehen. Er veranstaltete ein Festessen für Haman, wobei sich all seine Untertanen und Minister vor ihm verbeugen und ihn verehren sollten. Mordechai jedoch weigerte sich, woraufhin Haman sämtliche Juden ausrotten wollte, was der König genehmigte. Mordechai bat Esther um Fürsprache beim König für ihre Landsleute. Esther sagte ihm, er solle ein dreitägiges Fasten anordnen. Danach werde sie vor dem König erscheinen. Nach drei Tagen lud sie den König und Haman zu einem Gastmahl ein. Als Haman das hörte, fühlte er sich geehrt und ging hocherfreut vom Hofe nach Hause. Er hatte einen fünfzig Ellen hohen Pfahl errichten lassen, an dem er Mordechai aufhängen wollte, sobald er des Königs Zustimmung hierzu erhalten hätte.

Der Triumph des Mordechai - Gemälde von Pieter Lastman, 1624


Doch in dieser Nacht, als der König keinen Schlaf fand und sich aus dem Buch der Zeitgeschichten vorlesen ließ, erinnerte er sich an die Ehrentat Mordechais. So belohnte er bei diesem Gastmahl den Juden, worauf Haman mit Bedauern nach Hause ging. Beim zweiten Gastmahl, das Esther dem König und Haman gab, eröffnete sie dem König Hamans heimtückische Pläne. Dieser befahl daraufhin, Haman sei an den Galgen zu hängen, den er für Mordechai errichten ließ. Noch am gleichen Tag wurde Mordechai an Stelle Hamans in dessen hohes Amt eingesetzt. Der König ordnete zudem an, die Verfügung Hamans gegen die Juden zurückzunehmen. Am Tag des 13. Ader, befreiten sich die Juden in den Provinzen von ihren Feinden und waren frei.

Esther-Rolle - copyright by SweetChild Software


Ablauf

Das Purimfest, welches am 14. Ader (sechster Monat im jüdischen Jahr) gefeiert wird und dem christlichen Fasching ähnelt, ist eine Insel der Lebensfreude und des Humors. Auch an diesem Tag werden Kostüme, welche ausdrücklich erwünscht sind, getragen und Umzüge veranstaltet.
Am Tag vor dem 14. Ader geht man in die Synagoge und die Gemeinde liest das Buch Esther (Megilla), wobei immer bei dem Wort Haman mit Rasseln geklappert oder mit den Füßen gestampft wird. Vor diesem Ereignis wird in den meisten Familien gefastet um an das Opfer Esthers (Esther Fasten) zu erinnern. Nach dem Besuch in der Synagoge am Morgen des 14. Ader, wo ebenfalls das Buch Esther vorgelesen wird, isst man mit der Familie, tauscht Geschenke aus und besucht die festlichen Umzüge. Die Umzüge stehen dabei im Mittelpunkt des gesamten Tages.

Purim-Rasseln - copyright by SweetChild Software


Traditionen

Viele Gemeinden haben im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Traditionen in Essen und Unterhaltung entwickelt. Allerdings ist das Grundprinzip immer das gleiche. Zum Essen gibt es meist Bohnen oder Erbsen, Hamantaschen oder Nunt, aber vor allem auch süße Speisen wie Mohn, Nüsse oder Schokolade. Auf den Umzügen wird die Esthergeschichte von Kindern und Erwachsenen nachgespielt. Diese sogenannten Purimspiele dienen zur Unterhaltung. Die Tradition sagt außerdem, dass die Verkleidung an diesem Tag eine Pflicht ist. Insgesamt gibt es an diesem Tag sieben Pflichten, welche unbedingt von allen eingehalten werden müssen:


Impressionen - Purim in Jerusalem (2014/5774)


gestaltet von: Marie-Luise D. und Sophia R. im Schuljahr 2014/2015

Näheres zum Thema Purim findet sich unter http://www.payer.de/judentum/jud514.htm

Weitere Materialien:

Lückentext zu Purim
Mindmap zu Purim


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