Synagoge |
||||||||||
Begriff Synagoge
|
||||||||||
Das griechische Wort "synagoge" übersetzt den hebräischen Ausdruck "eda", der soviel bedeutet wie "die sich versammelnde Gemeinde". So ist die Synagoge ein Haus der Versammlung / der Zusammenkunft. |
||||||||||
Entstehung von Synagogen
|
||||||||||
Synagogen entstanden nach der Zerstörung des Ersten Tempels und dienten seither als Ort des jüdischen Gottesdienstes. Sie ist immer nach Jerusalem ausgerichtet (in Europa in West-Ost- Richtung). Gottesdienste finden jeweils morgens, mittags und abends statt, wozu sich mindestens zehn religionsmündige Männer einfinden müssen. Es gibt keine Glocken, welche den Gottesdienst einläuten. In Zeiten der Ghettos lief der ,,Klopfer", ein Synagogendiener (Schammasch/Schammes), von einem Haus zum anderen, um die Gläubigen zum Gebet zu rufen. |
||||||||||
Aufbau einer Synagoge
|
||||||||||
|
|
|||||||||
Die Heilige Lade (Aron hakodesch, Hechal): ein Behälter, in dem die Torarollen aufbewahrt werden. Befindet sich an der Ostwand der Synagoge, entweder freistehend oder in einer Nische oder Apsis. Meist führen Stufen zur Heiligen Lade hinauf. Die Heilige Lade selbst ist von einem Vorhang verhüllt. |
||||||||||
Innenraum der 1938 zerstörten Synagoge von Worms (mit toraschrein und Bima) |
||||||||||
Der Almemor (Bima, Tewa) ist eine Plattform oder ein Tisch, von dem aus die Torarollen verlesen werden. Die Plattform ist meist über Stufen an zwei Seiten zu erreichen und mit einem Geländer umgeben. Die Bima ist der Einrichtungsgegenstand, welcher die Anlage einer Synagoge am meisten beeinflusst. Der Vorsteher liest von dort während des Gottesdienstes aus den Torarollen und leitet die Gemeinde an, sich beim Gebet nach Jerusalem zu wenden. Der Tisch muss groß genug sein, um die Rollen darauf ausbreiten zu können, im allgemeinen steht er auf einer erhöhten Plattform, die von einem Bimagitter umgeben ist. Der Tisch soll aus Holz sein. Die Männer saßen seitlich der Bima. Dies war den Frauen vorenthalten, für welche es deshalb separate Räume im hinteren Teil der Synagoge bzw. später auf den Emporen gab. Jeder Mann kann zur Lesung aufgerufen werden, was für den Betreffenden eine große Ehre darstellt, aber meist übernimmt dies der Vorleser, da die Lesung in einem bestimmten Tonfall, nach strengen Vorschriften erfolgen muss. In den Ghettos waren Synagogen der Mittelpunkt jüdischen Lebens. Da sie nicht höher als nichtjüdische Gebäude sein durften, wurden viele Synagogen weit unter Straßenniveau gebaut, um ein gewisses Raumvolumen zu erlangen. Erst im Zuge der Emanzipation entstanden im Deutschland auch monumentalere Synagogenbauten wie die zum Teil wieder aufgebaute Neue Synagoge in Berlin. |
||||||||||
Archiketurgeschichtliche Betrachtungen
|
||||||||||
Die Frage nach den Anfängen der Synagogen ist bis heute immer noch ungeklärt, d. h. es ist nicht bekannt, wann und in welchen Bereichen die ersten Synagogen erbaut wurden. Man vermutet, dass sie als Ort für den Wortgottesdienst während der jüdischen Verbannung in Babylon (6. Jh. v. Chr.; Babylonische Gefangenschaft) entstanden sind. |
||||||||||
Seit 1834 wirkte Gottfried Semper in Dresden als Professor für Baukunst und Vorstand der Bauschule an der Kunstakademie. Nach dem Bau des Maternihospitals (ab 1837) und des königlichen Hoftheaters (ab 1838) übernahm Semper den Entwurf für die Dresdner Synagoge, die 1839 - 40 nach seinen Plänen errichtet wurde. |
||||||||||
Im 19. Jahrhundert, in dem die meisten Synagogen in Deutschland erbaut wurden, wandte man sehr häufig bewusst einen orientalischen sog. "maurischen Stil" an, welcher einen absichtlichen Gegensatz zur christlichen Sakralarchitektur markierte und damit ein Mittel der Selbstdarstellung in einer Zeit neu erwachenden jüdischen Selbstbewusstseins nach der Emanzipation darstellte. Beispiele dafür sind die großen Synagogen in Budapest oder Berlin. |
||||||||||
Synagogentypen
|
||||||||||
Der erste Typus entstand wohl in Galiläa. Bei ihm ist die Fassade des Baus nach Jerusalem ausgerichtet. Eine Apsis oder Nische war noch nicht vorhanden; die Schriftrollen wurden in einem Nebenraum aufbewahrt und nur zum Gottesdienst hereingebracht. An der Rückwand der dreischiffigen Halle waren Steinbänke entlang der Seitenwände angebracht. Eine Treppe, welche sich in einem turmartigen Anbau befand, führte zur Frauenempore, die oberhalb der Säulenumgangs lag. |
||||||||||
(C) LGD 2010 - Alle Rechte vorbehalten |
||||||||||