Tod und Begräbnis |
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Da die jüdische Religion mehr auf das Diesseits konzentriert ist als alle anderen Religionen, gehört der Tod zum Leben, wie die Nacht zum Tag. Wer den Tod nahen sieht, bereitet sich auf ihn vor mit Gebeten, Bekenntnis zu den eigenen Sünden und man segnet die Kinder. Beim Eintreten des Todes sollen die Anwesenden zusammen mit dem Sterbenden den Glauben an die Einzigartigkeit Gottes bekennen (Hebr. "echad" - dt. "einzig" = letztes Wort des Schma Israel soll letztes Wort des Sterbenden sein). |
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Sterben und Begräbnis Drei Gemälde, die ursprünglich im Sitzungssaal der Prager Beerdigungsbruderschaft hingen, um 1780 |
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Das Begräbnis findet traditionell noch am Todestag statt, außerhalb Israels wird jedoch meist eine Wartepflicht von 48 Stunden verlangt. Die Trauerfeier findet in einer Leichenhalle statt. Ein Rabbiner hält eine Trauerrede und dann spricht der Sohn des Toten bzw. der nächste Angehörige das Kaddisch, das Totengebet, in dem Gott gepriesen wird. Danach wird der Tote zum Grab begleitet. Ihn zum Grab zu begleiten, gilt als Mizwa, als religiöse Pflicht und gute Tat. Auf dem Friedhof reißen sich die Angehörigen zum Zeichen ihrer Trauer die Kleider ein, heute meist symbolisch durch das Abreißen eine Krawatte oder ein auf die Kleidung geheftetes Band. |
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In Israel wird dieser Brauch heute noch angewandt, aber in den meisten westlichen Ländern fordern örtliche Vorschriften die Verwendung von Särgen. Meist verwendet man Särge aus weichem Holz, da sie rascher zerfallen, als Särge aus hartem Holz. Außerdem werden Löcher in den Sarg gebohrt, damit die Leiche schneller zerfällt . Bei vielen Juden gibt es den Wunsch in Jerusalem begraben zu sein, da es die Vorstellung gibt, dass die in Jerusalem Begrabenen bei der Ankunft des Messias zuerst auferstehen und die Erde aus dem Heiligen Land soll sündenerlassende Wirkung haben. Da es nicht möglich ist, alle Juden in Israel zu bestatten, legt man vielen Verstorbenen ein Säckchen mit Erde aus dem Heiligen Land unter den Kopf. Bei einem jüdischen Begräbnis wird auf Blumenschmuck und prunkvolle Grabmäler verzichtet, denn es soll deutlich werden, dass im Tode alle gleich sind. |
Jüdische Grabsteine zeigen oft Symbole, die sich auf den Namen oder den Beruf des Verstorbenen beziehen (Alter Jüdischer Friedhof Prag) |
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Beim Verlassen des Friedhofes wäscht man sich die Hände, ohne sie abzutrocknen, um die Erinnerung an den Verstorbenen zu verlängern. Vom Friedhof fahren die Trauernden zum Haus des Verstorbenen, um dort "Schiwa" zu sitzen. "Schiwa" bedeutet sieben und bezeichnet die siebentägige Trauerperiode, die dem Begräbnis folgt. Trauernde sollen an diesen Tagen zu Hause bleiben und keine Arbeit verrichten. Man sitzt auf niedrigen Schemeln, trägt keine ledernen Schuhe und verzichtet auf Baden, Rasieren, Schminken, Haareschneiden und Geschlechtsverkehr. Selbst das Lesen in der Tora ist verboten, da es ein Quell der Freude ist. Es dürfen nur Klagetexte wie Hiob, die Klagelieder und Teile aus Jeremia gelesen werden. |
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