Eine jüdische Hochzeit |
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Bedeutung der Hochzeit
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Die Institution der Ehe gilt im jüdischen Glauben als heilig, wenn sie auch nicht als Sakrament betrachtet wird. |
"Die Hochzeit" Moritz Oppenheim, 1861 |
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Wann soll man Hochzeit feiern?
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Der Hochzeitstag wird in orthodoxen Kreisen besonders gern auf einen Dienstag gelegt, da in der Bibel über den 3. Schöpfungstag die Worte "ki tow", "und Gott sah, dass es gut war" wiederholt werden. Allerdings ist das Heiraten zwischen Pessach und Schawuot verboten, da diese Zeit teilweise als Trauerzeit gilt, in der Eheschließungen verboten sind. Wissenschaftler vermuten einerseits, dass die Niederlage gegen die römische Besatzungsmacht (134 n.Chr.), bei der viele tausend Soldaten ihr Leben verloren, in diese sieben Wochen fiel und sie deshalb für die Juden heute eine Zeit des Gedenkens bedeutet. Andererseits sollen einem römischen Aberglauben nach in der sefira (Zählung der 49 Tage zwischen den beiden Festen) die Seelen der Verstorbenen auf die Erde zurückkehren und den Lebenden Schaden zufügen. Nur selten wird zwischen Rosch ha-Schana und Jom Kippur geheiratet. Von vielen Juden werden diese 10 Tage als Moment der ernsten Besinnung angesehen, was keinesfalls zum Geist der Ausgelassenheit, wie er zu Hochzeiten oftmals herrscht, passt. |
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Ablauf der Trauung
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Die Eheschließung bedeutet für Braut (kala) und Bräutigam (chatan) einen Neubeginn, den Anfang einer Reise. So hat sich die Tradition herausgebildet, am Hochzeitstag zu fasten, um wie zu Jom Kippur die Vergebung der begangenen Sünden zu erbitten. |
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Danach verliest der Rabbiner den Ehevertrag, die Ketubba, der danach vom Bräutigam an die Braut ausgehändigt wird. Mit der Ketubba verpflichtet sich der Mann seine Frau zu ehren, zu kleiden, zu ernähren und ihre sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Außerdem verspricht er, der Braut 200 Sus zu geben. Dadurch ist die Frau finanziell abgesichert. Beim Tod des Mannes oder im Falle einer Scheidung wird ihr die gesamte Ketubbasumme ausgezahlt. Wenn aber die Frau eine Scheidung verursacht, erlischt ihr Anspruch auf die Ketubbasumme. |
Eine Eheurkunde wie sie beider Hochzeit Glückels von Hameln in Kleve unterschrieben wurde (Amsterdam 1718) |
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Im Mittelalter versuchten die Leute mit dem Lärm die angeblich aus Norden kommenden bösen Geister zu vertreiben. Mit masel tow ("viel Glück") bei den Aschkenasen oder siman tow ("gute Aussichten" ) bei den Sephardim werden Braut und Bräutigam dann in den Bund der Ehe verabschiedet. In manchen Kulturen wird das Paar zudem mit Reis und Wallnüssen beworfen, die allgemein als Fruchtbarkeitssymbole gelten. |
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Scheidung und Ehelosigkeit
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Das Judentum sieht eine Scheidung nicht gern. Nach dem Talmud gilt die Ehe als heiliger Vertrag, dessen Auflösung ein unfrommer Akt wäre. Heutzutage gibt es auch im Judentum eine große Anzahl von Menschen, die aus Überzeugung unverheiratet bleiben. |
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