Die Beschneidung |
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Definition
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Bei der Beschneidung wird die Vorhaut des männlichen Gliedes entfernt. Sie soll eine von Jahwe dem Abraham mitgeteilte Sitte sein, die männlichen Nachfahren am 8. Tag nach der Geburt zu beschneiden. Durch diesen Ritus wird der Knabe in den Bund Gottes aufgenommen. |
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Der Ritus
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Die Beschneidung muss am 8. Tag nach der Geburt des Jungen stattfinden, auch wenn Sabbat oder Jom Kippur ist, denn sie gilt als das wichtigste aller Gebote. Rabbinen erklären im Talmud, dass die Beschneidung Vorrang vor allen anderen Geboten der Tora hat, dabei ist keine Ausnahme erlaubt. Während der Zeremonie müssen 10 jüdische Männer (Minjan) als Vertreter der Gemeinde anwesend sein. Der Prophet Elia ist als unsichtbarer Ehrengast dabei. Wenn der Junge nicht gesund oder eine Frühgeburt ist, wird die Beschneidung verschoben und am 8. Tag der Gesundung vollzogen. Nicht nur Säuglinge, sondern auch erwachsene Männer, die zum Judentum übertreten, müssen beschnitten werden. |
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Die Beschneidungszeremonie
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Die Zeremonie beginnt, wenn der festlich gekleidete Knabe in die Synagoge getragen wird. Wenn dieser angekommen ist, erheben sich alle Anwesenden und rufen: |
Beschneidungsszene Aus einem Mohel-Buch aus dem 18. Jh. |
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Danach übernimmt die Kvaterin (Patin) das Kind von der Mutter und übergibt es dem Kvater (Pate). Dieser reicht den Knaben dem Vater und er gibt den Jungen dem Sandak (2. Pate), der auf einen für ihn bereitgestellten Stuhl sitzt. Der Ehemann darf das Kind nicht unmittelbar aus den Händen der Mutter nehmen, da diese noch von der Geburt her als religiös unrein gilt. |
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Die Hollekreisch-Zeremonie
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Bei einem neugeborenen Mädchen wird der Name am Sabbat nach der Geburt vor der versammelten Gemeinde verkündet, wenn ihr Vater zur Toralesung aufgerufen wird. In verschiedenen Ländern wird der Name des Mädchen bei der Hollekreisch-Zeremonie verkündet. Kinder aus der Nachbarschaft heben die Wiege des Neugeborenen hoch und rufen: "Hollekreisch (von haut la crŠche, "hoch die Krippe"), wie soll das Kindchen heißen?" Darauf nennt der Vater den Namen des Kindes und dieser Name wird dreimal wiederholt, und danach erhalten die Kinder Geschenke. |
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Hollekreisch Ölgemälde von Alice Guggenheim |
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verfasst von: Anne Deml |
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