Lise Meitner |
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Elise, wie sie von ihrem Vater Dr. Phillip Meitner (Rechtsanwalt) und seiner Frau Hedwig genannt wird, kommt am 17. November 1878 als drittes Kind zur Welt. Obwohl beide Eltern teilweise jüdischer Herkunft sind, werden die Kinder, fünf Mädchen und drei Jungen, nicht im jüdischen Glauben, sondern protestantisch erzogen. Jedoch leugnete sie nie ihre jüdische Abstammung. Im Laufe der Zeit wird aus Elise "Lise" Meitner. |
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Lise Meitner besucht 5 Jahre lang die Volksschule, dann 3 Jahre eine Bürgerschule, da Mädchen der Zugang zu den höheren Lehranstalten noch nicht gestattet ist. Sie will in Privatkursen den Abiturstoff lernen, um an einem Gymnasium eine externe Matur abzulegen. Dies ist eine Art Schleichweg für studierwillige Frauen. Vater und Mutter unterstützen sie dabei voll und ganz. Besonders der Vater glaubt an ihre Fähigkeit und Intelligenz. Auch ihre Schwestern ergreifen Berufe, werden Komponistin, Ärztin und Chemikerin. Doch Lise entspricht auch ganz dem Bild einer Frau aus der Zeit der k. u. k. Monarchie. Sie ist wohlerzogen, schamhaft, bescheiden und in der Öffentlichkeit eher unsicher und scheu. Auch liebt sie "Freund Goethe" und zitiert oft und gern aus seinen Werken. Ebenfalls beschäftigt sie sich mit Musik und spielt selbst Klavier. Allerdings bleibt ihr wenig Zeit für Vergnügungen, da sie in nur 2 Jahren den Schulstoff von 8 Jahren lernt. Dabei ist sie fleißig und zielstrebig, lernt konzentriert und viel. In diesen Jahren bereitet sich Lise auch auf ihr Examen als Französisch-Lehrerin vor. Dies dient zur Sicherheit, denn wenn ihre großen Pläne scheitern sollten, könnte sie sich immer noch mit Sprachunterricht selbst ernähren. Außerdem fühlt sie sich dazu verpflichtet zum Familieneinkommen beizutragen. |
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Den mündlichen Teil ihrer Doktorprüfung besteht sie am 11. Dezember 1905 einstimmig "mit Auszeichnung". Jetzt trägt sie den Doktortitel und ist die zweite Frau, die in Wien im Hauptfach Physik promoviert. Im Juli 1906 erscheint ihre erste Veröffentlichung auf dem Gebiet der Radioaktivität: "Über die Absorption von Alpha- und Bettastrahlen", ein Jahr später folgte die zweite Veröffentlichung "Über die Zerstreuung von Alphastrahlen". Sie interessiert sich zu dieser Zeit zwar für Radioaktivität, aber ihr Herz gehört der theoretischen Physik. Im Herbst 1907 wechselt sie nach Berlin, dachte an einen Aufenthalt von einige Semestern, am Ende blieb sie 31 Jahre. |
Lise Meitner und Otto Hahn |
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Max Planck hatte zwar gegenüber der "Befähigung der Frau zum wissenschaftlichen Studium und Beruf" eine eindeutig ablehnende Haltung, dennoch muss Lise Meitner Max Planck beeindruckt haben. Er hält sie für die Ausnahme und sie darf sich für seine Vorlesungen einschreiben. Seine Vorlesungen findet sie "etwas unpersönlich" und "beinahe nüchtern" und ihn selbst als sehr "geheimrätlich", was sie aber kurze Zeit später widerruft. Bald darauf bittet sie um einen Laborplatz, da sie ihre theoretischen Kenntnisse in der Praxis überprüfen will. |
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