Kurt Tucholsky |
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Kurt Tucholsky wird am 9. Januar 1890 als Sohn einer großbürgerlichen Familie in Berlin geboren. Der Aufstieg des Vaters Alexander Tucholsky zum Direktor der Bank "Berliner Handelsgesellschaft" ist ein Zeichen des gesellschaftlichen und ökonomischen Erfolgs seiner assimilierten jüdischen Familie. Bereits mit 15 Jahren verlor Tucholsky allerdings seinen Vater - die Mutter überlebte den Sohn und starb 1943 als Opfer Hitlers im Konzentrationslager Theresienstadt. |
Kurt Tucholsky 1931 |
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Der Vater hinterließ dem Sohn ein beträchtliches Erbe, welches Tucholsky den Start als Schriftsteller erleichterte. Seine Kindheit verbrachte er in Berlin und Stettin. in der Stadt am Meer erlebte er im Alter von 6 - 9 Jahren die Schönheit der Ostseelandschaft, so dass daraus sein späterer Wunsch entstand, für immer in ihrer Nähe zu leben. Die entscheidenden geistigen Impulse erhielt der heranwachsende Tucholsky letztlich doch in Berlin. Durch sein Elternhaus fand er früh Zugang zu den schönen Künsten, zur klassischen Musik, zur Oper und Operette und nicht minder auch zu Variete und Kabarett. |
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1924 heiratet Tucholsky nach der Scheidung der ersten Ehe die große Liebe seines Lebens Mary Gerold. Nach dem Tod des Herausgebers der "Weltbühne" Siegfried Jacobsohn sah sich Tucholsky 1926 gezwungen in Berlin die ungeliebte Arbeit als Redakteur der "Weltbühne" zu übernehmen. Unter seiner Leitung entwickelt sich die reine Theaterzeitschrift zu einem Organ der linken Intellektuellen. Seine Moral ist die des Revolutionärs als Volkserzieher. |
"Die Weltbühne" vom 04.10.1927, die letzte Ausgabe für die Tucholsky als Herausgeber verantwortlich war |
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Seit 1930 bekämpfte er die Nazis, wo er kann: "Dass der Nazi dir deinen Totenkranz flicht - Deutschland, siehst du das nicht?" Am 10. Mai 1933 verbrannten die Nationalsozialisten auch Tucholskys Schriften auf ihren Bücherscheiterhaufen und am 28. August 1933 stand sein Name auf der ersten Ausbürgerungsliste des NS-Staates. Tucholsky reagierte mit Boykott. Er veröffentlichte nichts mehr und zog sich aus der Emigrantenszene in Schweden zurück, da er den Kampf gegen die mit Hitler sympathisierende Bevölkerungsmehrheit in Deutschland für aussichtslos hielt. |
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