Alfred Döblin |
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Alfred Döblin wurde 1878 als viertes von fünf Kindern in Stettin/Oder als Sohn einer verarmten Kaufmannsfamilie geboren. Er erlebte eine schwere Kindheit belastet von dem Konflikt zwischen sehr gegensätzlichen jüdischen Eltern und der daraus folgenden Flucht des Vaters aus der familiären Verbindung 1888. In sozialem Elend siedelte die Familie nach Berlin über und Döblin wurde stark von den ärmlichen Lebensverhältnissen, der Anonymität der Großstadt und der verhassten Schule geprägt. In dieser Zeit fand der, bereits belesene Döblin die "Götter [seiner] Jugend ": |
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Kleist, Hölderlin, Nietzsche, Schopenhauer, Spinoza und Dostojewski. Nach seinem Abitur studierte er ab 1900 Medizin und praktizierte nach dem Abschluss 30 Jahre lang als Nervenarzt in einer Berliner Kassenpraxis. Seine persönlichen Konflikte wurden durch das Doppelleben als Arzt und Dichter und durch die Ehe mit der aus einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie stammenden Medizinstudentin Erna Reiss, die ebenfalls wie seine Mutter eher kunstfeindlich war, noch verstärkt. |
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Weiterhin entstand einer der wichtigsten deutschen Romane des 20. Jahrhunderts - "Berliner Alexanderplatz". Mit diesem, heute sogar verfilmten Roman, erreichte er wohl den Höhepunkt seines Schaffens und erstmals finanzielle Unabhängigkeit. In den 20iger Jahren wurde Döblin zu einem stark engagierten Schriftsteller der Weimarer Republik. Er gliederte sich zunehmend in deren kulturelles, gesellschaftliches und politisches Leben ein, indem er Mitglied der preußischen Akademie der Künste und Vorsitzender des Schutzverbands deutscher Schriftsteller wurde. |
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Sein Austritt aus dem Judentum 1912 zeugte von einer Sympathie für die staatlich unterdrückte Religiosität des orthodoxen Ostjudentums. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten verließ er aufgrund seiner jüdischen Abstammung Deutschland und emigrierte zunächst nach Frankreich und später in die USA. In den Jahren des Exils blieb der Dichter fast ununterbrochen produktiv, auch wenn die für ihn schweren Bedingungen unter denen er lebte für seine künstlerische Arbeit nicht sehr förderlich waren und er fast nichts mehr veröffentlichen konnte. So erreichten zum Beispiel der "Kleine Berliner Roman mit autobiographischem Einschlag", "Padon wird nicht gegeben" oder die Romane des "Amazonas" - Abschnitts nicht die gewohnte literarische Qualität der früheren Werke. In Amerika erlebte Alfred Döblin eine Zeit des sozialen Abstiegs, der körperlichen sowie seelischen Zerstörung. Er war auf Arbeitslosenhilfe, Almosen und Spenden angewiesen und sein Übertritt zum Katholizismus verstärkte dabei noch seine Isolation unter den Exilschriftstellern. |
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