Ludwig Börne |
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Biographie
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Ludwig Börne wurde am 6. Mai 1786 als Sohn orthodoxer Juden in der Frankfurter Judengasse, der größten jüdische Gemeinde Deutschlands, in der er auch seine Kindheit verbrachte, geboren. Nach einem Angriff der französischen Revolutionsarmee 1796 zog seine Familie in ein von christliche Familien dominiertes Wohngebiet in Frankfurt. Durch seinen Hauslehrer Jakob Sachs, der stark durch die Aufklärungsphilosophie Moses Mendelssohns beeinflusst war, kam der junge Juda Löw Baruch (Börnes jüdischer Geburtsname) erstmalig mit revolutionären Ideen in Kontakt. |
Ludwig Börne Nach einem Gemälde von Oppenheimer (um 1835) |
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Außerdem nahm ihn sein Hauslehrer mit zu Veranstaltungen politisch – und sozial – engagierter Klubs, wodurch Börne erstmals mit der jüdischen Reformbewegung in Deutschland in Berührung kam. Auf diese Weise spielte seine Religion schon bald nur noch eine geringe Rolle für ihn. Später fühlte er sich keiner Religion im besonderen Maße nahe. Er wollte nur Deutscher sein. Sein Vater bestimmte ihn zum Medizinstudium, welches neben Naturkunde die einzig erlaubte Fachrichtung für Juden war. Bevor er jedoch sein Studium begann, ließ er sich 1802 als Privatschüler bei Markus Herz, durch dessen Frau die Reformideen beherrschenden Einfluss auf ihn erlangten, unterrichten. Von 1803 bis 1806 studierte er Medizin in Halle. Schon durch das Studium erlangte Ludwig Börne ein enges Verhältnis zur deutschen Sprache und Kultur. |
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Ab 1818 kann er also als Herausgeber und Redakteur seiner eigenen Monatszeitung "Die Waage" arbeiten. Dieses Blatt erfreute sich großer Beliebtheit, da es keine Schmeichelei, sondern beißende Ironie und Kritik eines frei denkenden Schriftstellers zu den Themen Wissenschaft, Politik und Kunst beinhaltete. Zum Thema Kunst veröffentlichte Börne vor allem Theaterkritiken, durch welche er sich allmählich dem Beruf des Theaterkritikers zuwandte. Im Januar 1819 wurde er Redakteur für die "Zeitung der freien Stadt Frankfurt", war aber dadurch mehrmalig den Schikanen der Zensurbehörden ausgesetzt. Deshalb beginnt er im Juli des selben Jahres als Redakteur der Zeitung "Zeitschwingen" tätig zu werden, da er hier keiner Zensurbehörde Rechenschaft schuldig ist. Von 1822 bis 1824 unternimmt er eine Reise nach Frankreich. Ab 1830 lebt Börne in Paris. Die Julirevolution trieb ihn dazu, völlig nach Frankreich umzusiedeln, wo er, bis auf kurze Unterbrechungen, bis zu seinem Lebensende bleibt. |
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Zug zum Schloß Hambach am 27. Mai 1832 (kolorierte Lithographie 1832) |
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Eine dieser kurzen Unterbrechungen ist die Reise nach Deutschland 1832, wo er hoch geehrt am Hambacher Fest teilnimmt. Man begrüßt sich auf diesem Fest mit den Worten "Es lebe die Freiheit – es lebe Siebenpfeiffer! – Es lebe der deutsche Freiheitskämpfer Ludwig Börne!" Nach dem Verbot des "deutschen Preßvereins" 1834 in Frankreich, tritt Börne dem geheimen "Bund der Geächteten" bei. Friedrich Engels beschreibt diesen Bund später als einen der Vorgänger des "Bundes der Kommunisten". 1935 erfolgt das Verbot aller seiner Schriften, der Schriften Gutzkows, Laubes, Wienbergs, Herweghs und Heines durch die Zensurbehörde der Regierung Deutschlands. Am 12. Februar 1837 stirbt Ludwig Börne im Pariser Exil an seiner Herzkrankheit. |
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Wichtige Werke
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"Denkrede auf Jean Paul" (1825) |
"Briefe aus Frankreich" von Ludwig Börne (Titelblatt der Erstausgabe) |
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Die Bedeutung seines Schaffens
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In der Literaturgeschichte wird Ludwig Börne zum Kreis der Schriftsteller des "Jungen Deutschlands", das sich für eine radikale Umgestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland einsetzte, gezählt. Besonders seine literarische Auseinandersetzung mit Heinrich Heine und seine Polemiken, die – gezeichnet von beißender Ironie, entlarvendem Witz und dialektischem Wortspiel – schwierige Sachverhalte in anmutiger Leichtigkeit verständlich machen, machen ihn zu einem bedeutendem Kritiker seiner Zeit. Wenngleich er sich vom gemäßigt – liberalen Schriftsteller zum bürgerlich – demokratischen Revolutionär entwickelte, blieb er doch mit einfachen aber klaren Worten immer ein kommentierender Redakteur der politischen Umstände seiner Zeit. |
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