Alfred Dreyfus

Am 9. Oktober 1859 wurde Alfred Dreyfus als Sohn eines jüdischen Textilunternehmers in Mühlhausen im Elsaß geboren.

Von 1882 bis 1889 studierte der Franzose an der École Polytechnique. Anschließend begann er seine militärische Laufbahn, wurde 1889 sofort zum Hauptmann befördert und es begann eine Karriere, die durchaus beeindruckend war. Diese wurde abrupt beendet. 1894 wurde Dreyfus wegen angeblichen Verrats von militärischen Geheimnissen an das Deutsche Reich, auf Grund gefälschter Beweise, von einem Militärgericht aus der Armee ausgestoßen und zu lebenslänglicher Verbannung auf die Insel Cayenne (Französisch-Guyana), die auch Teufelsinsel genannt wird, verurteilt. Die Verhandlung war durchgehend von einer antisemitischen Einstellung geprägt, wodurch kein fairer Prozess zustande kam..


Alfred Dreyfuß

Als Indizien für ein unrechtmäßiges Verfahren an die Öffentlichkeit gedrungen waren, entwickelte sich die Dreyfus-Affäre zwischen 1895-1898 zur größten innenpolitischen Krise der dritten französischen Republik. Die Republikaner warfen der Justiz eine antisemitisch motivierte Willkür vor. So rief Emile Zola in seinem offenen Brief "J'accuse" an den französischen Präsidenten zur Rehabilitierung von Dreyfus auf - zunächst jedoch erfolglos. Die Bemühungen seiner Frau und seiner Freunde, seine Unschuld zu beweisen, provozierten heftige Reaktionen von Militaristen und Antisemiten und teilten die Franzosen intellektuell und politisch in völlig verschiedene Welten.

Bereits 1896 kam die französische Spionageabwehr auf die Spur des wahren Schuldigen Esterházy, einem Generalstabsoffizier. Der Kampf um die Rehabilitierung von Dreyfus wurde zum innenpolitischen Machtkampf zwischen der bürgerlichen Mitte und der Linken auf der einen Seite und den rechten Partein auf der anderen Seite.

1899 wurde das Verfahren gegen Dreyfus wegen des enormen Protests im In- und Ausland wieder aufgenommen. Die Revisionsverhandlung vor dem Kriegsgericht in Rennes endete jedoch mit einer erneuten Verurteilung des Angeklagten zu 10 Jahren Gefängnis.


Um den Prozess zu beenden, wurde Dreyfus dann letztendlich vom französischen Präsidenten begnadigt. 1906 rehabilitierte der französische Kassationshof (= oberster Gerichtshof) Alfred Dreyfus wieder vollständig, da man nachweisen konnte, dass das ihn belastende Material eine Fälschung war. Man nahm ihn wieder in die Armee auf und zeichnete ihn mit dem "Kreuz der Ehrenlegion" aus. Später beförderte man ihn zum Major.


Am 04.06.1908 wurde auf Alfred Dreyfus, während den Feierlichkeiten zur Überführung des Leichnams von Emile Zola ins Pariser Pantheon, ein Attentat durch einen Militaristen verübt, wobei er aber nur leicht verletzt wurde.

1914 wurde der inzwischen pensionierte Dreyfus wieder als Oberleutnant reaktiviert um im Ersten Weltkrieg für sein Vaterland zu kämpfen. Nach dem Krieg zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Endgültig konnte seine Unschuld erst 1930 bewiesen werden, als deutsche Militärdokumente entdeckt wurden. Am 12.Juli 1935 starb Alfred Dreyfus in Paris.

verfasst von: Sandra Meinel


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