Rolle in der Gesellschaft |
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1. Wirtschaft
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Mitte des 19. Jahrhunderts kam es aufgrund des Aufschwungs in Deutschland zum allgemeinen Wohlstand der Juden, vor allem in Sachsen, wenn auch viele von ihnen aus der Unterschicht in die USA auswanderten. Viele andere wurden zu Ladeninhabern oder zu kleineren Bankiers. Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war auch eine Blütezeit jüdischer Unternehmer, die meist internationale Verbindungen hatten. In dieser Zeit (z.T. auch schon früher) wurden Juden in die gehobene Gesellschaft aufgenommen. |
Salman Schocken 1877-1959 |
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Einer von ihnen war Salman Schocken. Dieser lebte von 1877-1959 und war Besitzer eines Wahrenhauskonzerns, zu dem nicht nur Fabriken in Sachsen gehörten, sondern auch Kaufhäuser in Süddeutschland mit insgesamt 6000 Angestellten. |
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2. Wissenschaft
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In Sachsen hatten die Juden ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Möglichkeit sich in den weltlichen Wissenschaften zu verwirklichen. Ihr jahrhundertealtes Lerngebot und ihr über viele Generationen geübtes abstraktes Denken und gehegtes Wissen halfen ihnen dabei. Besondere Vertreter aus Sachsen waren der Mathematiker Richard Edler von Mises sowie der Physiker Harry Dember. Richard Edler von Mises, der von 1883-1953 lebte, war Professor für Festigkeitslehre und Hydro- und Aerodynamik. Von 1919-1920 war er an der TH Dresden und später in Berlin tätig. |
Richard Edler von Mises (1883-1953) |
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Unter anderem gründete er die Zeitschrift für angewandte Mathematik und Mechanik. Er veröffentlichte Arbeiten unter anderem auf den Gebieten Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik. Im Jahr der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland flüchtete er in die Türkei und lebte später in den USA. |
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3. Politik
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Die politische Karriere der Juden begann Mitte des 19. Jahrhunderts mit Gabriel Riesser und Johann Jacoby, die die Anerkennung ihrer jüdischen Religion forderten. Nach 1848 folgten ihnen noch andere Juden, die deutsche Politiker wurden. So auch Georg Gradenauer (1866-1946). Er selbst war Sozialdemokrat und von 1897 bis 1905 Redakteur des "Vorwärts" und danach bis 1918 Chefredakteur der "Dresdner Volkszeitung". |
Georg Gradenauer 1866-1946 |
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4. Kunst
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Im 19./20. Jahrhundert vollzog sich eine Veränderung in der jüdischen Kunstgeschichte. Herwarth Walden (geb. 1887, Redakteur literarischer Zeitschriften) rief 1910 die Zeitschrift "Der Sturm" ins Leben. Im 1912 entstandenen Sturm-Kunstsalon war die Gruppe der "Blauen Reiter" ausgestellt. Walden wurde später zu einem bedeutendem Förderer moderner Kunst. |
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