Der jüdische Witz |
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Über Witze im Allgemeinen
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„Witz : kurze Erzählung mit überraschender Wendung, deren Erkennen Lachen auslöst. Psychologisch hat der Witz eine Entlastungsfunktion (z. B. der politische Flüsterwitz in diktatorisch regierten Staaten).“ |
Siegmund Freud |
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Wichtiger ist aber das Spiel mit den Fassaden. So wie in Träumen die Wünsche nie klar erkennbar sind (denn auch dort arbeiten unsere Hemmschwellen), so verbirgt sich in vielen guten Witzen ein hintergründiger Sinn. Bei manchen Witzen wird zudem indirekt eingestanden, dass das Verdrängte oder Verbotene eigentlich besser oder gerechter wäre. |
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Freud unterscheidet daher in zwei Arten von Witzen
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Wichtig für das Gelingen eines Witzes ist außerdem, dass Motive und Hintergründe sowohl dem Erzähler als auch dem Zuhörer bekannt sind. Daraus ergibt sich eine besondere Schwierigkeit bei jüdischen Witzen, da diese oft großes Hintergrundwissen über zum Beispiel den Talmud erfordern. |
Heinrich Heine 1797-1856 |
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Die Entwicklung des Jüdischen Witzes
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Die heiligen Schriften kennen keine Witze als solche. Die Propheten lehnten Witze sogar ab. Der Witz galt als "Waffe" von jemanden, der sich mit seiner Situation abgefunden hat und nur noch mit Worten kämpft. Es galt aber etwas zu erreichen und da könne Spötterei nicht hilfreich sein. |
Esther und Ahasveros |
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Echte Witze gab es wenige, nur Erzählungen ähnlich den Geschichten über die Bürger von Schilda oder Münchhausen oder Geschichten über Rabbis. Trotz Exil und Verfolgungen gab es keine wirkliche Auflehnung gegen das, was einem widerfuhr. Dieses Schicksal war gottgewollt und gehörte zu den Lasten des "auserwählten Volkes". Die starke Religiosität führte zu einer Flucht in die Mystik. Das Leid wurde durch einen Messiasglauben erträglich und so waren Witze überflüssig. |
lunarische Kabbala |
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Aufgrund der Exilsituation war es für die Identität zahlreicher Juden wichtig sich genauestens mit ihrer Religion auszukennen. Bereits ab 3 Jahren lernten die Kinder Hebräisch. Begabte besuchten die Jeschiwa, die Talmudschule. Auch als Erwachsener sollte man stets weiter lernen. Das Wissen besaß einen hohen Stellenwert. Deswegen entwickelten sich mit als erstes Anekdoten über Ungebildete und menschliche Schwächen. |
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Aufklärung
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Ende des 18.Jahrhunderts begann die Aufklärung zu wirken. Die religiösen Institutionen ließen an Bedeutung nach, die Religiosität war nicht mehr so stark ausgeprägt, der Messiasglaube geriet ins Schwanken, die Glaubensstrenge wurde aufgelockert. Dadurch wurde aber das Leid bewusster wahrgenommen und man empfand es als sinnlos. Erste Kritik regte sich, es entwickelte sich Mut zur Auf/Ablehnung. Die eigene Wehrlosigkeit gegenüber einer feindlichen Umwelt wurde deutlicher. Ein direkter Kampf war nicht möglich und so bildete sich der Witz heraus. Diese Witze waren hintergründig und kritisch, typische Merkmale des jüdischen Witzes. |
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Kennzeichen, Besonderheiten und Themen des jüdisch
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"Der jüdische Witz ist heiter hingenommene Trauer über die Gegensätze dieser Welt. Er zeigt immer wieder auf, dass - eben in dieser Welt voller Logik - die Gleichungen, die ohne Rest aufgehen, nicht stimmen können." |
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