Jüdische Kaufhäuser |
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Nachdem die Juden über Jahrhunderte nur in wenigen Berufszweigen wie Geldverleih und Handel tätig sein konnten, erlebte die jüdische Wirtschaftstätigkeit in den 50er und 60er Jahren des 19. Jahrhunderts einen Aufschwung. Dieser war vor allem dem wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands und dem Eintritt in die Weltwirtschaft zu verdanken. |
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Kaufhaus Tietz
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Die Kaufhauskette Tietz AG wurde von den Brüdern Hermann (1837-1907) und Oskar Tietz (1858-1932) mit Hilfe von Familienkapital gegründet. Die Brüder, die schon Erfahrung in New York und Paris gesammelt hatten und bereits seit 1882 ein Weißwarengeschäft in Gera besaßen, eröffneten 1895 die erste Filiale der Tietz AG in München. Dieser folgten weitere in Köln und Berlin. |
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Schocken-Konzern
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Der Schocken-Konzern wurde von Salman Schocken, der 1877 geboren wurde, gegründet. Gemeinsam mit seinen Brüdern Simon und Julius gelang ihm der Aufbau dieses großen Warenhauskonzerns. Seine Führungsrolle auf diesem Gebiet hat er nicht zuletzt der Modernität seiner Kaufhäuser zu verdanken. Das Kaufhaus Schocken in Chemnitz, das der berühmte Architekt Erich Mendelssohn 1930 entworfen hatte, war eines der modernsten seiner Zeit. Bis zu dem Tod Salman Schockens Tod 1959 zählte sein Konzern bereits 6000 Filialen, unter anderem in Sachsen und Süddeutschland. Allen Mitarbeitern und Lehrlingen des Schocken-Konzerns standen außerdem zahlreiche soziale Einrichtungen zur Verfügung: |
Salman Schocken 1877-1959 |
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Als sogenanntes "Jüdisches Kaufhaus" fiel die Leonard Tietz AG als eine der ersten jüdischen Gesellschaften der Enteignung und Zwangsarisierung durch die Nationalsozialisten zum Opfer. Bereits ein Jahr später im September 1934 mussten die letzten jüdischen Aufsichtsratmitglieder, der nun in "Westdeutsche Kaufhaus AG" umbenannten Gesellschaft, ihr Mandat niederlegen. |
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Den Angestellten des Konzerns standen beispielsweise 2 Urlaubstage mehr zu, als der Tarif vorsah. Während des Urlaubs erhielten sie die ersten 12 Tage zusätzlich 3,50 Reichsmark. Die Einrichtung eines Ferienheims, des Rautenkranz/V., bot zahlreichen Angestellten ein preiswertes Urlaubsquartier. |
Kaufhaus Schocken in Chemnitz (30er Jahre) |
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In den größeren Zweigstellen des Konzerns gab es die sogenannten Betriebspflegerinnen. Ihre Aufgabe war es die Angestellten vor allem in hygienischen und gesundheitlichen Angelegenheiten zu betreuen. Im Laufe ihrer Arbeit wurden dann entsprechende Maßnahmen und Entschlüsse von der Geschäftsführung eingeführt. Zur Förderung des kulturellen Interesses der Mitarbeiter erhielten diese vergünstigte Eintritte für Konzertveranstaltungen und Konzerte. |
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