Hofjuden |
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Im 16. und 17. Jahrhundert lebten die meisten deutschen Juden in kleinen Vorstädten oder auf dem Land. Sie arbeiteten als Viehhändler, Hausierer, Geldwechsler oder Pfandleiher. Daneben bildeten sich seit dem 30jährigen Krieg aber auch reiche jüdische Minderheiten heraus, die Hofjuden. In dieser Zeit wurde ein absolutistischer Staat mit prunkvoller Hofhaltung angestrebt. Zur Verwirklichung dieses Ideals wurde der Hofjude als Bankier, Finanzberater, Heeres- und Hoflieferant oder Diplomat bald unverzichtbar. Sie waren deshalb von den Einschränkungen ausgenommen, die für ihre einfachen Glaubensgenossen galten. Sie besaßen herrliche Wohnsitze, umgaben sich mit Pracht und Luxus und hatten Niederlassungsfreiheit. |
Hinrichtung von Joseph Süß |
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Ihre Anwesenheit wurde auch oft zur Keimzelle einer neuen Judengemeinde. Die vielen Kontakte, die ein Hofjude besaß, wurden im Ernstfall auch genutzt, z.B. für die Gemeinde. Wenn einer von ihnen gestürzt wurde, konnte er eine gesamte Gemeinde mit ins Verderben reißen. Trotz ihres Einflusses blieben die Hofjuden „mächtige Sklaven“, deren Sicherheit von der Gunst der Fürsten abhing. Ohne diese Gunst waren sie der Feindschaft der Stände und der Bevölkerung ausgesetzt, da sie im Auftrag des Fürsten unbeliebte Maßnahmen durchsetzten. |
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