Die Entstehung des Religionsstreites

Der Religionsstreit begann im 7.Jahrhundert, die Religionen stritten sich schon damals, nach ihrer Entstehung, welche die wahre ist. Der Streit begann als die Moslems/Muslime das heilige Jerusalem der Juden und Christen eroberten. Jerusalem war für den Judentum, Christentum und Islam die vorberufene heilige Stätte.

Es wurden dann im frühen Mittelalter von christlichen Völkern Kreuzzüge durchgeführt, um Jerusalem zurückzuerobern.

Das Geschehen von "Nathan der Weise " spielt auch in dieser Zeit . Lessing ersetzte den Streit der Religionen (Judentum ,Islam und Christentum) jeweils durch Personen aus unterschiedlichen Schichten .Den Streit kann man besonders gut an der Ringparabel verdeutlichen, in der die Frage " Welche Religion ist die wahre ?" in Ansätzen beantwortet wird. Jeder behauptete, dass sein Glaube an Gott der einzig wahre Glaube sei . Jedoch am Ende des Buches , geht alles gut aus und der Hass existierte nicht mehr ! Dies ist aber nur im Drama so; Heute werden immer noch Kriege zwischen dem Judentum und dem Islam , um die heilige Stadt Jerusalem, geführt !!


Die Religion des Islam


Der Islam 622 n.Chr. gegründet, als Mohammed mit den ersten Moslems von Mekka nach Medina floh, und dort den ersten islamischen Staat erschuf. Islam bedeutet "Unterwerfung" unter Gottes Willen. Die Anhänger dieser Religion nennen sich Moslems (nicht Mohammedaner!). Der Islam wurde auf die Offenbarung gegründet, welche der Engel Gabriel Mohammed zu kommen ließ, diese Offenbarung wurde überliefert und gesammelt, und bildete so die Grundlage zu den Suren, den Kapiteln der "heiligen Schrift" des Korans. Der Koran ist nur arabisch authentisch, das bedeutet er ist unübersetzbar! Der Islam ist eine Gesetzesreligion, man geht davon aus, dass am Ende des Lebens die guten und bösen Taten gegeneinander aufgewogen werden. Es gibt allerdings keine Gewissheit (auch für "sehr gute" Moslems), dass ihre Taten reichen um ins Paradies eingehen zu können. Allah (Name für Gott im Islam), ist für die Moslems absolut allmächtig, das schließt auch ein, dass er völlig frei entscheiden kann wer ins Paradies eingehen darf und wer nicht. Er ist an nichts gebunden, nicht einmal an sein eigenes Wort, sonst wäre er ja nicht allmächtig.
Der Islam besteht aus 5 Säulen, die von jedem Moslem streng einzuhalten sind.
1. Glaubensbekenntnis
2. 5-maliges tägliches Gebet
3. Almosensteuer
4. Fasten im Monat (Ramadan)
5. Pilgerreise nach Mekka

Weltweit gibt es ungefähr 1,2 Milliarden Moslems, viele von ihnen kennen Jesus aus dem Koran, wo er als Prophet beschrieben steht.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten Zwischen dem Islam und dem Christentum
1) Gemeinsamkeiten:

Beide Religionen:

* sehen in Jesus Christus eine zentrale Person der Offenbarung Christentum: Jesus ist die zentrale Person schlecht hin
* sind monotheistisch, kennen also nur einen Gott.

Islam: Jesus ist ein Prophet Gottes, trägt sogar den Titel "Messias".

Heilige Schriften
Christentum: Bibel (altes und neues Testament)
Islam: Koran

2) Unterschiede:

ISLAM
- Gott ist nur der Schöpfer, aber weder der Vater seiner Kinder noch der Vater Jesus Christus.
- Jesus wurde durch Gottes Wort (sei) erschaffen, und durch die Macht Gottes in Maria versetzt. Er ist aber nur ein Mensch.
- Gott sprach immer wieder durch Propheten.


CHRISTENTUM
- Gott ist der Vater Jesus Christus, wer Gott durch den Geist herbeiruft, ist automatisch sein Kind.
- Jesus wurde vom Heiligen Geist in Maria erzeugt, und ist wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich.
- Gott sprach durch viele Glaubenszeugen und Propheten, doch zu letzt durch seinen Sohn Jesus Christus.

Eigene Gesamteinschätzung des Religionsstreites:
Im Grunde hat jede Religion ihre eigenen Ansichten, die man auch respektieren sollte, denn wir denken niemand lässt sich gerne in sein Handeln hineinreden oder Vorschriften machen, und genau das ist es was manche Menschen manchmal vergessen, sie tun zwar über andere Menschen urteilen, doch urteilt ein anderer Mensch über einen selbst, so wird es verständlicher Weise als persönlicher Angriff angesehen, und genau darüber sollte man nachdenken. Der Schlüssel zu diesem Problem liegt in dem kleinen aber sehr bedeutendem Wort "TOLERANZ"! Es sollten sich viel mehr Menschen dieses Wortes annehmen, denn dieses Wort ist der Weg, wie wir denken, zu einer besseren Völkerverständigung. Da aber jede Religionsgemeinde ihren eigenen Glauben für den einzig wahren hält, und alle anderen Lehren als für geringfügiger, wenn nicht gar für völlig falsch hält, könnte es noch ein weiter Weg bis zu diesem Ziel werden, aber er ist zu schaffen wie wir denken, wenn es nur mehr Toleranz unter den Menschen und Religionsgemeinden geben würde. Lessings Werk "Nathan der Weise" ist in dieser Hinsicht ein Musterbeispiel für die Lösung eines solchen Konfliktes.


Das Christentum

Das Christentum/ die Bibel:

Die Bibel ist das von Gott inspirierte und allein unfehlbare Wort Gottes. Sie ist der Maßstab des Glaubens - an ihr ist alles

zu messen: Offenbarungen, Taten und vor allem der persönlicher Glaube.

Gott:

Im Christentum glaubt man an den einen Gott , den Heiligen Israels. Dieser hat sich gleichermaßen im Vater , im Sohn sowie im Heiligen Geist offenbart.

Jesus:

Mitte des Glaubens und Lebens ist nicht ein System von Lehren, sondern der gegenwärtige Jesus Christus. Im Christentum glaubt man , Das

Jesus der einzige Weg zu Gott ist , wie es die Bibel an einigen Stellen sagt. Ein Bsp.: "Kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir errettet werden müssen."(Apostelges.4,12) ER gilt als Herr und Erlöser - gleicher Gott wie der Vater und gleicher Mensch wie wir. In ihm ist Gott Mensch geworden starb für deren Sünden am Kreuz , um die Strafe für deren Schuld zu tragen. Am dritten Tag stand er von den Toten auf und kehrte zum Vater zurück. ER wird sichtbar zurückkehren , um die Lebenden sowie Toten zu richten und sein Reich vor aller Augen aufzurichten. Sünde: Im Christentum glaubt man , das der Mensch von Gott gut geschaffen wurde, aber mit einem freien Willen. Des weiterem glaubte man , dass der Mensch sich gegen Gott entschied um seine Gebote zu sündigen sowie ist die Sünde eine Ursache des Todes und trennt die Menschen in Ewigkeit von Gott, wenn sie nicht vergeben wird.

Erlösung durch Gnade:

Der christliche. Glaube besagt des weiterem , dass jeder Mensch ein Sünder ist und somit schuldig vor Gott. Zur Errettung braucht man daher die Vergebung und Gnade Gottes. Die Gnade Gottes kann man nicht durch eigene Verdienste bzw. gute Taten erlangen , sondern nur durch Glauben an Jesus Christus.

Die zehn Gebote:

Diese zehn Gebote sind von Jesus in der Bergpredigt vertieft sowie erklärt worden. Das Halten der Gebote kann man erretten. Aber wer Jesus Christus nachfolgt , wer als Christ leben will , für den sind sie ewige Maßstäbe seines Handelns ; diese Gebote sagen aus wer im Recht und Unrecht ist. Die Kraft aber , das Böse zu lassen und das Gute zu tun , gibt dem Christ Gott durch Christus sowie durch den Heiligen Geist.

Wiedergeburt:

Jeder der Jesus Christus bewusst als Herrn und Erlöser im Glauben angenommen hat , ist von neuem geboren. Ohne eine solche bewusste Entscheidung für Jesus kann man im Christentum nicht errettet werden.

Taufe:

Jeder wiedergeborene Christ soll sich nach seiner Bekehrung im Wasser "auf Jesus "taufen lassen; im Namen des Vaters , des Sohnes und des Heiligen Geistes. Die Taufe macht niemanden zum Christen , sondern nur allein der Glaube . Aber die Taufe ist ein Zeichen für die Bekehrung vor der Sichtbaren sowie unsichtbaren Welt.

Gebet: Der christliche Glaube ist eine Beziehung zu Gott. Jede Beziehung lebt vom Gespräch und Kontakt miteinander . Das Gebet ist ein freies, persönliches Gespräch mit Gott und somit ein Bestandteil für eine Beziehung zu ihm.

Auferstehung:

Wenn evtl. Jesus sichtbar zurückkehrt , wird jeder Christ, der ihn als Erlöser angenommen hat , von den Toten auferstehen und somit das ewige Leben haben.

Gemeinde:

Jeder wiedergeborene Christ sollte in einer örtlichen Biblischen Gemeinde fest integriert sein. Der christliche Glaube ist niemals Privatsache, sondern immer öffentlich: Jesus starb öffentlich für den Christ und deshalb sind die Christen gehalten, ihm öffentlich nachzufolgen. Die Gemeinschaft mit anderen gläubigen Christen dient zu dem Wachstum und Glaube sowie der gegenseitigen Fürbitte somit auch der Ermutigung. Gnade Gottes kann man nicht durch eigene Verdienste bzw. gute Taten erlangen, sondern nur durch Glauben an Jesus Christus.


Das Judentum

Das Judentum ist eine historisch gewachsene Gemeinschaft von Menschen , die sich mit und nach der wahrscheinlich um die Wende vom 13. Zum 12. Jahrhundert vor unserer Zeit , vollziehende Einwanderung nach Palästina bildeten . Die jüdische Religion ist die älteste bestehende monotheistische Religion mit dem Anspruch , das Volk Israel sei vom Gott Jahwe zum einzigen Volk Gottes auserwählt worden . Jahwe hat seinen Willen im Gesetz , dass er Moses übergeben hat , offenbart und dessen Erfüllung ist oberste Glaubenspflicht der Juden. Auf der jüdischen Religion bauen sich das Christentum und der Islam auf .

® Schriftquellen sind: die Tora , das alte Testament und der Talmud (besteht aus Lehrsätzen und Kommentaren)

® Vorsteher der jüdischen Gemeinschaft : ist der Rabbi (= hebr. "mein Meister" ; ist ein Ehrentitel jüdischer Schriftgelehrten )

® Religiöser Versammlungsort: die Synagoge (=Versammlungshaus der Juden für Gottesdienste und religiöser Belehrungen)


Religionsstreit im Bezug zu "Nathan der Weise"

Der Religionsstreit in Nathan der Weise bezieht sich auf die Ringparabel, das Kernstück des Buches.

Der Sultan Saladin, ist durch seine Freigebigkeit in Geldnot und will Nathan in eine Falle locken, um an dessen

Geld zu kommen. Er stellt ihm die Frage welche Religion (Judentum, Christentum, Islam) die bessere ist. Nathan beantwortet ihm die Frage durch die Geschichte um die drei Ringe, welcher der bessere ist.

Da Lessing zum Ausdruck bringt, dass keine der drei Religion "wahr" oder "falsch" ist, verschwor sich erst die orthodoxe christliche Kirche gegen ihn. Ihr Anspruch die "alleinseligmachende" Religion zu sein, also als einzige den rechten Weg zu Gott zu weisen, polemisiert Lessing. Aber Lessings Humanismusverständnis erschöpft sich nicht in der Forderung nach Toleranz, die außerdem nicht bedingungslos ist, sondern er fordert aktiven, also tätigen Humanismus, den jeder einzelne wie jede Gemeinschaft beweisen muss.

Was in der Ringparabel als Idee vorgetragen ist, wird in der Familienparabel als dramatische Handlung vorgeführt. Die besondere Leistung Lessings besteht darin, dass er bei der Lösung dieser Parabel zwar an die "Familiengemälde" in den zeitgenössischen Dramen und Romanen anknüpft und in der Figur Nathan sogar die Hausvateridee aufgreift, dass er aber das Bild der Familie aus der engen Privatsphäre herauslöst und es zur symbolischen Vorwegnahme der großen Menschenfamilie erweitert. Lessing erhofft sich ein humanisiertes und aufgeklärtes Zeitalter. Der Tempelherr und Recha vereinigen sich als Geschwister mit ihren Onkel, dem Sultan Saladin, dessen Schwester Sittah und Rechas Vater Nathan.

Es bleibt die Frage, warum die anderen Figuren des Stückes – Daja, der Derwisch Al-Hafi, der Patriarch und der Klosterbruder- nicht in die Familienparabellösung mit eingeschlossen werden. Aber es ist besonders leicht beim Patriarchen zu erkennen, z.B. bei "Tut nichts! Der Jude wird verbannt" (II,2), der ziemlich inhuman denkt und handelt. Aber auch Daja, die glaubt, dass Recha nur "selig" werden kann, wenn sie christlich erzogen wird, zeigt inhumanes Handeln. Al-Hafi und der Klosterbruder denken zwar menschlich, aber ihr handeln entspricht nicht diesem Denken.

 

SK, IF, CS, JH