Biographie
von Gotthold Ephraim Lessing
Gotthold
Ephraim Lessing wurde
am 22. Januar 1729 in Kamenz
(Sachsen) geboren. Durch seinen Vater Johann G. Lessing, einem Pfarrer, wurde
bei ihm schon in junger Kindheit das Interesse an der Literatur geweckt.
Seine Schulzeit
begann er in einer Kamenzer Stadtschule und wechselte dann aber im Jahr 1741 an
das in Meißen gelegene Gymnasium St. Afra. Dort beendete er die Schule nach 5
Jahren mit einem guten Abitur und erhielt ein Stipendium für Theologie und
Philosophie an der Leipziger Universität. Dort lernte er junge Schauspieler
kennen und aus diesem Grund verfasste er seine ersten beiden Werke „Der junge
Gelehrte“ und „Die Juden“. Schon nach kurzer Zeit wechselte er nach Meißen,
um dort Medizin zu studieren. Von 1748 bis 1748 studierte er dort, doch nach
lediglich diesen zwei Jahren gab er sein Studium auf und zog voller Erwartungen
nach Berlin. Seine Hoffnung bestand
darin, als Journalist oder freier Schriftsteller zu arbeiten. Er machte dort
1750 die Bekanntschaft mit Voltaire, mit dem er zusammen die Zeitschrift
„Beiträge zur Historie und Aufnahme des Theaters“ anfertigte, welche später
in der „Theatralischen Bibliothek“ ihre Fortsetzung fand. Lessing machte
sich als Kritiker einen Namen, sein größtes Werk dahin gehend war die
Literaturkritik „Briefe, die neueste Literatur betreffend“, die er 1759 bis
1765 zu Papier brachte. Des weiteren lernte er in Berlin Christoph Friedrich
Nicolai, Moses Mendelssohn und Ewald Christian von Kleist kennen, mit denen ihn
eine tiefe Freundschaft verband.
Danach kam er in eine
finanzielle Notlage und arbeitete daher als Sekretär des preußischen
Kommandanten von Breslau. Diese Stelle gab ihm neue Anregungen und er
entwickelte daraus das Lustspiel „Minna von Barnhelm“. 1765 siedelt Lessing
wieder nach Berlin um. Er nahm jedoch schon nach kurzer Zeit das Angebot an, als
Dramaturg an dem neu gegründeten deutschen Nationaltheater in Hamburg zu
arbeiten. Er fasste seine gesamten Theaterkritiken von 1767-1770 in dem Buch
„Hamburgische Dramaturgie“ zusammen. Das Nationaltheater schloss jedoch
schon im November 1768 aus finanziellen Gründen. Lessing ging 1770 nach Wolfenbüttel
um dort als Bibliothekar zu arbeiten. 1771 verlobte er sich mit der Witwe eines
Freundes namens Eva König, die er im Jahr 1776
auch heiratete. Doch die plötzlichen Tode von seinem Sohn und seiner Frau
brachten sehr viel Leid über Lessing. 1772 wurde das Trauerspiel „Emilia
Galotti“ veröffentlicht. Sechs Jahre darauf erschien das dramatische Gedicht
„Nathan der Weise“, welches ein Meisterwerk in seiner Kategorie wurde.
Schließlich starb Lessing am 15. Februar 1781 in Braunschweig an einem
Schlaganfall.
Charakter- und Wesenszüge Lessings
Lessing wurde von seinen Zeitgenossen oft als „Protagonist
der deutschen Aufklärung“ dargestellt. Trotz dieser aufgeklärten Überzeugung
nahm er Rücksicht auf Traditionen. Er versuchte ein ständige Balance zwischen
Kritik und Verteidigung der Tradition zu finden. Mit seinen Arbeiten und sich
selbst war er oft sehr unzufrieden, was seine Mitmenschen häufig vor Rätsel
stellte. Seine auffälligsten Charakterzüge waren die Nervosität und seine
rastlose Unzufriedenheit, die ihn immer wieder veranlasste, in neue Städte zu
reisen. Lessing ließ oft angefangene Arbeiten liegen, da er sich schwer
konzentrieren konnte und immer wieder mal abschalten musste. Das konnte er am
besten in Weinkellern, Kaffeehäusern oder beim Glücksspiel. Der brillante
Verstand Lessings kam besonders gut bei Diskussionen und Debatten zum Ausdruck.
Man konnte ihn nie auf eine Meinung festlegen, da er sich viel selbst
wiedersprach. Besonders große Freude empfand er an intellektuellen Konflikten,
aus denen er als Sieger hervor ging und seinen Gegner zu Boden streckte. Lessing
benutzte zwei sehr verschiedene Ausdrucksweisen. Die eine war sehr wendig,
witzig, glanzvoll, wobei die andere sehr ungerecht und persönlich verletzend
wirkte. Wegen dieser unsanften Art fürchteten ihn seine Gegner. Der
Hauptantrieb seines Denkens war der Kampf gegen das Vorurteil und der Streit der
Vernunft.
Bedeutendste Werke mit Hintergründen:
„Miss Sara Sampson“:
1755 erschienen
- darin wurden die
Bedürfnisse der einfachen Bürger dargestellt
- Handlung in englischer
Sprache
- leichtes deutsches Drama
"Briefe, die neueste Literatur betreffend“: 1759-1765
- produktive Kritiken
- mit Humor und
Ironie dargestellt
„Minna von Barnhelm“: 1763
-
Uraufführung 1767 im Nationaltheater
-
deutsche Komödie
-
Themen aus Gegenwart
-
Erfahrungen des Soldatenlebens verarbeitet
„Hamburgische Dramaturgie“: 1767-1770
- bedeutendste Abrechnung mit der deutschen Bühne (Poetologie/Dramaturgie)
- Theaterkritiken zusammengefasst
-
wies auf missliche Lage des deutschen Theaters hin
- seine Dramaturgie wurde Grundlage für das bürgerliche Trauerspiel
„Emilia Galotti“:1772
- bürgerliches Trauerspiel-
-
Kritik an Willkür der höfischen Bevölkerung
-
Konfrontation von höfischer Welt mit der aufrechten und strebsamen bürgerlichen
Welt
„Nathan der Weise“:
- dramatisches Gedicht
- Vorstellung von Toleranz und freier Gesellschaft
- sorgte von 18.
Jahrhundert bis Mitte 19. Jahrhundert für große Aufregung
Zusammenfassende Biographie
- 22.01.1729 in Kamenz (Sachsen) geboren
- 1741-1746 Gymnasium St. Afra in Meißen
- 1746-1748 Studium
an Leipziger Universität für Theologie und Philosophie
- 1746 Wechsel nach
Wittenberg zum Medizinstudium
- 1748 Umzug nach
Berlin
- Mitarbeit an der
„Berlinischen privilegierten Zeitung“
- 1752 Magisterwürde
erhalten
-
1755 „Miss
Sara Sampson“
- 1760-1770 Arbeit
als Sekretär in Breslau
- 1763 „Minna von
Barnhelm“
- 1767 Kritik und
Leitung im Nationaltheater in Hamburg
- 1767-1770
„Hamburgische Dramaturgie“
- 1770 Bibliothekar
in Wolfenbüttel
- 1771 Verlobung mit
Eva König
- 1776 Hochzeit mit
Eva König
- 1777 Tod von Kind
und Frau
- 1772 „Emilia
Galotti“
- 1779 „Nathan der
Weise“
- 15.02.1781 verstarb Lessing in Braunschweig an einem Schlaganfall
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