StartseiteGeschichteAltertumSalomo

Um 965 v. d. Z. übernahm König Salomo die Herrschaft über den israelitischen Staat. Er war der Sohn Bathsebas und Davids.
David hatte sein Reich auf einen Umfang ausgedehnt, welcher in dieser Größe nie wieder erreicht wurde. Dieser Staat jedoch - als heterogenes Gebilde - musste äußere und innere Feinde fürchten und es kam zu vielen Auseinandersetzungen und Aufständen.
Nachdem Salomo seine letzten Gegner besiegt hatte, war die Herrschaft fest in seiner Hand und eine friedliche Epoche folgte.

Salomo mochte es als ein Monarch und Staatsmann orientalischen Stils zu erscheinen. Er sammelte lieber Reichtümer als Kriege zu führen und versuchte stets diplomatisch vorzugehen. Besonders widmete sich Salomo dem Ausbau von Handel und Gewerbe. Dabei spielte die günstige geographische Lage des Reiches eine wichtige Rolle. In Israel kreuzten sich entscheidende Handelsrouten, zum Beispiel die zwischen Ägypten und Mesopotamien und Syrien und Südarabien. Gute und enge kulturelle und ökonomische Verbindungen bestanden zu den Phönizieren. Auch die vielen ausländischen Frauen in Salomos Harem lassen auf gute Beziehungen zu den betreffenden Ländern schließen.

Drei wesentliche Aspekte der Herrschaft

König Salomo war berühmt geworden für seine Weisheit, die auch in der Bibel immer wieder betont wird. Deutlich wird diese sprichwörtliche Weisheit in einer kleinen Geschichte. In dieser kamen zwei Frauen zu König Salomo. Jede dieser Frauen hatte ein Kind geboren, jedoch nur eines überlebte. Beide allerdings behaupteten die Mutter des noch lebenden Kindes zu sein. Salomo beschloss daraufhin das Kind zu zweiteilen und jeder Frau eine Hälfte zu geben. Eine der beiden aber verzichtete auf ihr Anrecht und entpuppte sich somit als die wahre Mutter, woraufhin sie das Kind zugesprochen bekam.

Weiterhin entfaltete sich unter Salomo die königliche Macht und Pracht. Die Hauptstadt des Reiches wurde erheblich erweitert, was Symbolcharakter besitzt. Dazu zählt auch der oben bereits erwähnte Ausbau des Handels und Gewerbes und die damit verbundene Ansammlung von Reichtümern. Ebenso gewährte er dem Land lange Zeit Frieden und Ruhe.

Urteil - Das salomonische Urteil. Miszellen, Nordostfrankreich, 13. Jh.


Außerdem entwickelte sich während der Herrschaft Salomos eine rege Bautätigkeit. Der Erste Jerusalemer Tempel entstand zwischen 962 und 955 v. Chr. Die Entstehung des ersten jüdischen Zentralheiligtums ist geheimnisumwittert. Nach einer kabbalistischen Legende sollen sich die Steine des Bauwerks freiwillig aus dem Steinbruch gelöst haben und sich auch selbst auf dem Tempelberg aufeinander gelegt haben.

Im Tempel fanden lediglich Opfergottesdienste statt. Nur dem Hohepriester war es erlaubt einmal im Jahr das Allerheiligste zu betreten. Mit dem Bau des Tempels wurde Salomo Gründer und Schirmherr des Tempelkultes.

Am Ende der Salomogeschichte wird oft von einem Niedergang seiner Macht gesprochen. Die hohen Steuern und Frondienste, welche für die vielen Bauvorhaben des Königs geleistet werden mussten, schürten den Unmut der Bevölkerung. In einem Adligen namens Jerobeam entstand ihm ein gefährlicher innenpolitischer Gegner. Außerdem bedrohten edomitische und aramäische Widersacher seine außenpolitische Macht.

Um 926 v. d. Z. starb König Salomo und sein Sohn Rehabeam übernahm die Herrschaft. Schon bald musste der neue König merken, dass er das Reich seiner Väter nicht bewahren konnte.

Salomonischer Tempel - Fassadenansicht



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